Exkursion am 27.06.2026 nach Euskirchen zum LVR-Industriemuseum "Tuchfabrik Müller"

Im Rahmen unseres Jahresprogramms 2026 laden wir 

am Samstag, den 27.06.2026,
zur Exkursion zum LVR-Industriemuseum „Tuchfabrik Müller“
nach 53881 Euskirchen-Kuchenheim, Carl-Koenen-Straße 25b, ein.

Das Museum zeigt eine vollständig erhaltene Volltuchfabrik mit einem Maschinenpark aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Die Anreise erfolgt mit eigenem PKW. Treffpunkt ist um 13.00 Uhr zur Bildung eventueller Fahrgemeinschaften der Parkplatz der ehemaligen Sparkasse an der Breitestraße in Niederzier. Nach Eintreffen in Euskirchen erfolgt um 14.00 Uhr eine ca. einstündige Führung durch die Ausstellung.

Die Kosten für die Führung betragen 10, € pro Person, die bei Beginn der Exkursion eingesammelt werden.

Verbindliche Anmeldung bitte bis zum 18.06.2026

bei Helmut Krebs,

Tel.: 0177/7888491 oder per Mail: hanshelmutkrebs@freenet.de

Die Pest in Niederzier 

Neben den seit jeher weltweit existenten Kriegsszenarien prägte kaum eine andere Katastrophe die Menschheit so sehr wie die Heimsuchung durch die als Pest bezeichneten Seuchen. Diese sind bereits in vorchristlicher Zeit belegt.

Das späte Mittelalter ist ab der Mitte des 14. Jahrhunderts durch eine verheerende Pandemie mit der Bezeichnung „Schwarzer Tod“ gekennzeichnet. Als wahrscheinlich für die Verbreitung in Europa gelten die direkten Handelsbeziehungen zwischen Europa und Asien, durch die die Pestbakterien, die vor allem in wild lebenden Nagetierpopulationen Asiens vorkommen, erneut nach Europa eingeschleppt werden konnten. Der „Schwarze Tod“ gilt als der erste erneute Ausbruch der Krankheit seit dem 8. Jahrhundert und erreichte sogar Island und Norwegen.

Die Meinung, das Massensterben hätten die Juden durch Vergiftung von Brunnen verursacht, führte zu Judenpogromen (Pestpogromen) mit gewaltigen Ausmaßen.

Die Infektionskrankheit ist hochgradig ansteckend und suchte auch das Rheinland seit dem Jahr 1349 wiederholt heim. Insbesondere im 17. Jahrhundert war die Seuche im Rheinischen noch sehr präsent.
Jeder Ausbruch der Seuche forderte viele Opfer und hatte politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und psychologische Auswirkungen.

In Niederzier brach die Pest in den Jahren 1666/1667 aus und erreichte ihren Höhepunkt in den Monaten Oktober 1666 mit 22 und November 1666 mit 24 Sterbefällen. Allein am 6. November starben acht Menschen. Erst im Februar 1667 erlosch die Seuche, nachdem 78 Sterbefälle durch die Pest beurkundet wurden. Es ist davon auszugehen, dass damit etwa ein Viertel der Einwohner des Ortes zu Tode kam.

Auch in England kam es in diesem Zeitraum zu schweren Epidemien mit etwa 100.000 Toten.

Mit den damaligen primitiven medizinischen Möglichkeiten war man der Seuche fast schutzlos ausgeliefert. Die von den Ärzten eingesetzten Behandlungsmethoden waren mehr oder weniger unwirksame Alibimaßnahmen. Häufig wurde der sofortige Aderlass bei Auftreten von Pestbeulen (Bubonen) empfohlen (je nach Auftreten der Pestbeulen an acht verschiedenen Stellen). Die Pestgeschwüre ließ man durch Salben „reifen“ und schnitt sie dann auf, um Eiter und Blut abfließen zu lassen. Als Hilfsmittel gegen die übelriechenden Ausdünstungen der betroffenen Menschen verbrannte man aromatische Substanzen oder Kräuter wie Wacholder und Baldrian .

Auf der Straße wurden Feuer entzündet, die die Luft reinigen sollten. Mancherorts sorgten Ärzte und Überlebende dafür, dass alle Kleidung der Toten verbrannt und das Haus einer verstorbenen Familie abgerissen wurden. Bald kam auch die Isolierung von potenziell Infizierten zum Einsatz, meist um die 40 Tage, wodurch sich der noch heute gebräuchliche Begriff Quarantäne (frz. „quarantaine de jours“ = „vierzig Tage“) ableitet.

 

Arzt mit Schnabelmaske und Stock zum Fernhalten der Kranken

 

In der religiös geprägten Gesellschaft der damaligen Zeit fasste man die Pest häufig als Strafe Gottes auf. Das führte vielerorts dazu, dass man sich in sein Schicksal ergab und gar nicht erst versuchte, der heranrückenden Seuche zu entkommen. Stattdessen wurden Bußpraktiken empfohlen, um Gott wieder zu versöhnen. In Geißlerzügen zogen die Geißler, fast ausschließlich Männer, als organisierte Gruppen mit Fahnenträgern, Kerzen und Kreuzen durch Städte, sangen Lieder und verübten ritualisierte Selbstgeißelungen. Ohne es zu wissen, förderten die Geißlerzüge die Ausbreitung der Pest, da sich die Teilnehmer auf engem Raum bewegten und die Krankheit von Ort zu Ort trugen.

Außerdem wandte man sich an die Pestheiligen St. Rochus und St. Sebastian.

 

Dass auch heute epidemisch auftretende Seuchen die Menschheit heimsuchen können, hat uns die Coronapandemie gezeigt. Mit Hilfe der modernen Medizin konnte sie erfolgreich bekämpft und eingedämmt werden. Wenige Jahrhunderte zuvor hätte die Seuche infolge nicht vorhandener Therapiemöglichkeiten weltweit Opferzahlen in kaum vorstellbarer Dimension zufolge gehabt. 

 

Quellen:

Archiv des Geschichtsvereins in der Gemeinde Niederzier

Helmut Krebs: Zeittafel zur Geschichte Niederziers 871-2000, Niederzier 2012

Wikipedia, passim

 

Helmut Krebs

Operation Grenade 1945 

Amerikanische Truppen befreien das Rheinland

Großen Zuspruch in der Bevölkerung fand eine Veranstaltung des Geschichtsvereins in der Gemeinde Niederzier, die am Dienstag, dem 25. November 2025 im voll besetzten Oberzierer Pfarrheim stattfand. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Helmut Krebs erläuterte der Referent Albert Trostorf aus Merode den Ablauf und die Hintergründe der militärischen Maßnahmen im Februar und März 1945. Seine speziellen Kenntnisse hat sich der Referent bei diversen Aufenthalten in den Vereinigten Staaten erworben, wo er umfangreiches Quellenmaterial überwiegend im Washingtoner Nationalarchiv einsehen und sammeln konnte. Aus seinem reichhaltigen Fundus präsentierte er dem Publikum eindrucksvolles Bild- und Kartenmaterial, das er über die Orte der Gemeinde Niederzier zusammengestellt hatte.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer einig, dass jeder Krieg, der angeblich begonnen wird, um Konflikte zu lösen, am Ende durch seine verheerenden und menschenverachtenden Auswirkungen das Leid der Menschheit um ein Vielfaches potenziert.

Gerade unsere Region hatte in der Endphase des Zweiten Weltkriegs ein schweres Schicksal zu tragen, ausgelöst durch die Wahnvorstellungen eines kranken Narren.

Ein besonderer Dank geht an Wolfgang Hoffmeister, der die Veranstaltung vorbereitet und durch eine eigene kleine Bilderschau ergänzt hatte.

Helmut Krebs

Erlebnis Geschichte am 16. November 2025

Am Volkstrauertag hatte der Geschichtsverein in der Gemeinde Niederzier zum Tag der offenen Tür eingeladen. Wie in den vergangenen Jahren nutzten viele Interessierte die Möglichkeit, sich über Projekte, Angebote und Sammlungen des Vereins zu informieren. Außerdem hatten diesmal speziell die Brieftaubenfreunde und die St.-Nikolaus-Schützenbruderschaft Niederzier Gelegenheit, sich in den Räumen des Geschichtsvereins zu präsentieren und Werbung in eigener Sache zu machen. Auf Stellwänden und in Vitrinen wurden Fotos, Dokumente und zahlreiche Pokale, Medaillen, Schützenketten und Ausstattungsgegenstände gezeigt. Daneben wurden besondere und in heutiger Zeit nicht mehr bekannte christliche Traditionen und Bräuche vorgestellt, wie z.B. gerahmte Brautkränze oder die früher zur Kommunion überreichten Erinnerungsbildnisse. Wolfgang Hoffmeister präsentierte den Besuchern über den Tag verteilt historische Filme über Veranstaltungen der Niederzierer Schützen und der Brieftaubenvereine. Die gute Resonanz zeigt den Verantwortlichen im Verein, dass das Angebot, der Bevölkerung die lokale Geschichte näher zu bringen, vielfach angenommen wird.

Ein herzlicher Dank an alle, die sich zum Gelingen der Veranstaltung ehrenamtlich eingebracht haben.

Helmut Krebs

Tag des Offenen Denkmals in Hambach

Über 40 Teilnehmer konnte der Geschichtsverein in der Gemeinde Niederzier zum Tag des Offnen Denkmals beim Rundgang durch Hambach begrüßen. Unter Führung der beiden ortskundigen Ulrich Fischer und Günther Dahmen erfuhren die Anwesenden sowohl geschichtliche Hintergründe als auch die eine oder andere persönliche Anekdote über die einzelnen historisch bedeutsamen Gebäude des Ortes wie z.B. Burg Obbendorf, die Pfarrkirche St. Antonius oder das ehemalige landesherrliche Schloss Hambach. Nach über 2 Stunden fand der Rundgang beim ehemaligen Forsthaus seinen Abschluss.

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Selbstverständlich wird die Privatsphäre gewahrt – Sie entscheiden, was Sie uns für unsere Sammlungen zur Verfügung stellen möchten – und Sie können Ihre Alben nach der Auswertung und Digitalisierung gerne zurückbekommen.

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27.06.2026 - 14.00 Uhr

Exkursion zum LVR-Industriemuseum "Tuchfabrik Müller" nach Euskirchen

 

18.07.2026 - 19.00 Uhr

Vorstandssitzung